Haiti-Kinderhilfe

Kouraj pou lavni - Mut für die Zukunft

Im Zusammenhang mit dem Erdbeben von 2010 und unter dem Einfluss der Berichte über Hilfsorganisationen, deren übereilte Hilfe angeblich eher einer Verschwendung von Spendengeldern gleichgekommen sei, haben viele unserer Spender besonderen Wert darauf gelegt, dass wir Projekte nachhaltig entwickeln und kontrolliert realisieren. Die Spendengelder sollten also möglichst langfristig und sinnvoll eingesetzt werden. Diesem Versprechen fühlen wir uns verpflichtet und glauben mit diesem Projekt eine wirklich tragfähige Alternative zu gestalten.

Wir haben uns aber auch für diese Region auf dem Plateau Central entschieden, weil Hinche direkt an der neuen, sehr gut ausgebauten Straße zwischen Port-au-Prince und Cap Haitien liegt und deshalb von beiden Städten schnell erreichbar ist. Port-au-Prince, und damit der internationale Flughafen, ist nur gute zwei Stunden mit dem Auto entfernt. Von Hinche aus gibt es Sandstraßen in die verschiedenen Orte. Da sich unser Verein bereits in der Region engagiert, haben wir auch einige Verbindungen und sind regional nicht unbekannt, sogar angesehen, weil unsere Schule in Billiguy weitbekannt und geschätzt ist und weil der sehr enge Kontakt zur Frauenföderation in Maissade ebenfalls Türen öffnet. Zudem ist die Region im Landesinneren geschützt gegen die jährlichen Hurrikans und liegt nicht in der erdbebengefährdeten Zone.

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Maissade

1. Reisebericht Mai 2017

Sonntag, 28 Mai 2017.
1. Reisebericht Mai 2017

Das war nicht meine Vorstellung, dass ich schon wieder nach Haiti reisen musste. Aber die Schwierigkeiten am Bau der drei Schulgebäude konnten wir nur durch Anwesenheit klären.
Es ist enorm schwierig auf die Entfernung von Deutschland nach Haiti per Telefon, Skype und Internet (funktioniert alles sehr schlecht) und per Whatsapp (funktioniert gut), einen Bau zu managen. Lieber nehme ich die große Anstrengung auf mich und fahre nochmals hin, obwohl Temperatur und Wetterlage alles andere als angenehm sind.

Nachtrag: Krank sein in Haiti

Reflektion zur durchgeführten Reihenuntersuchung der Kinder unseres Projekts kay ti moun.

Sonntag, 14 Mai 2017.
Nachtrag: Krank sein in Haiti

Reflektion zur durchgeführten Reihenuntersuchung der Kinder unseres Projekts kay ti moun.

20 % aller Eltern kamen nie um sich nach den Untersuchungsergebnissen zu erkundigen. Man kann es entschuldigen, dass die Eltern selbst so in Ihrer Armut und Misere gefangen sind, dass die Wertschätzung für ihr Kind ganz weit weg ist.
Oftmals kommen die Kinder mit Nachbarn, größeren Geschwistern oder Großeltern zum Kindergarten. Wir haben die Eltern suchen zu lassen und sie dann einbestellt.
Fast alle Kinder der Reihenuntersuchung hatten Anämie und während der vergangenen vier Wochen gaben wir täglich allen Kindern spezielle Multivitamine.

Dezember / Januar Haiti Reise Teil 16

Montag, 20 Februar 2017.
Dezember / Januar Haiti Reise Teil 16

An den vergangenen Wochenenden besuchten wir die weit auseinander wohnenden Kinder, die von ihren Paten Geschenke erhalten hatten. Wir wollten die Geschenke im privaten Rahmen übergeben und nicht in Verbindung mit Schule und Kindergarten bringen. Da ja auch nicht alle Kinder ein Geschenk erhalten, hielten wir es für besser diese im familiären Umfeld zu übergeben. Außerdem wollten wir gerne wissen, wie weit die Kinder von der Schule entfernt wohnen und einen Eindruck davon bekommen, wie sie leben.

Das neue Schuljahr hat begonnen.

Sonntag, 11 September 2016.
Das neue Schuljahr hat begonnen.

Die neuen Kinder wurden im Kindergarten willkommen geheißen.
Anfang September bekam unser Kindergarten „kay ti moun“ Zuwachs um 35 neue Kinder und drei Mitarbeiter. Inzwischen sind drei Kindergarten-Jahrgänge komplett.
Während die im letzten Jahr aufgenommenen Kinder sich riesig freuten, dass endlich die Ferien zu Ende sind, gab es bei den neuen Kindern herzerweichende Abschiede von den Eltern. Aber das wird sich erfahrungsgemäß innerhalb von ein paar Tagen gelegt haben. 

Erntedankfest

Freitag, 22 Juli 2016.
Erntedankfest

Kurz vor den Ferien wurde in unserem Kindergarten „kay ti moun“ das Erntedankfest gefeiert.
Das in Haiti üblicherweise angebaute Gemüse, Obst und Getreide wurde schön präsentiert und hinterher zusammen mit den Eltern gekocht und verspeist. Die Kinder zeigten Musik- und Tanzeinlagen, in landestypischem Stil als Marktfrauen und Bauern verkleidet.

Unsere Biotoiletten – aus Theorie wird Praxis

Freitag, 15 April 2016.
Unsere Biotoiletten – aus Theorie wird Praxis

In Haiti gibt es keine Kläranlagen oder Kanalisation wie wir es kennen. Es ist üblich, dass ein tiefes Loch gegraben wird, darauf die Toilette im Haus gebaut wird und dann ‚passt es‘.
Auf dem Land, oder in den Slums, wird ein Loch gebuddelt, darüber ein Brett gelegt – fertig.
Nach dem Erdbeben hat sich gezeigt, dass der gesamte Untergrund von Port au Prince verschmutzt ist und kein Trinkwasser aus Grundwasserbrunnen genutzt werden konnte.
Wir wollen es nun besser machen – hört sich gut an, aber wie? Wir informierten uns in ‚Toilettenseminaren‘, lasen viel, lernten viel theoretisch. Wassertoiletten wollten wir auf keinen Fall, da Wasser in Haiti eine Rarität ist, die Entsorgung aufwändig und technische Probleme auftreten können. Ein tiefes Loch in die Erde, wie in Haiti üblich, auch nicht, da wir das Grundwasser nicht verschmutzen wollen. Wir ‚lernten‘ , dass Trenntoiletten und Rückführung aller Ausscheidung in die Landwirtschaft das Optimalste sei. Sahen ‚Bausätze‘ im Internet, aber wie sollten wir das in Haiti umsetzen?

11. mail Reise Dezember 2015/Februar 2016

Sonntag, 28 Februar 2016.
11. mail Reise Dezember 2015/Februar 2016

Hallo,
unser Abflugtag rückt näher und die Zeit rennt uns davon. Meine letzten Eindrücke zu meinen 10 Wochen Haiti Baustelle. Treffe mich mit Pater Nerilus und Jean Claude. Treffe mich mit Lailen wegen Seeds. Sie Ist sofort damit einverstanden, dass sie künftig alle Unterlagen für das Patenschaft-Programm selber zusammenstellen muss. Sie möchte aber nochmals genaue Erklärungen. Farah hat mit den zwei Nachbarschulen, unseren Lehrern und den Lehrern von Billiguy ein Seminar für zwei Tage geplant, sowie einen Tag Treffen mit Eltern. Farah plant und wir besprechen die Themen, es wird erst ab Faschingssonntag starten. Farah hielt ein wunderbares Seminar ab, wir organsierten Essen und Trinken und alle waren dankbar für die gemeinsamen Stunden. Am Aschermittwoch waren alle Eltern eingeladen und Farah und Guerino diskutieren den ganzen Morgen mit ihnen. Über die Sicherheit des Kindergartens, unser Konzept, die Eltern Mitarbeit, sowie die Eltern die Entwicklung ihrer Kinder sehen. Muss sehr, sehr positiv gewesen sein und sollte alle zwei Monate wiederholt werden. Parallel kämpften wir auf der Baustelle. Ich wollte bei Abreise keine Handwerker mehr dort haben und alles muss weggesperrt sein.

10. mail Reise Dezember 2015/Februar 2016

Samstag, 27 Februar 2016.
10. mail Reise Dezember 2015/Februar 2016

Hallo.
Bin gerade wieder für zwei Tage in Port au Prince um die letzten Einkäufe zu machen. Es fehlten viele Kleinigkeiten, sowie Rohre für die Entlüftung der Toiletten. Rohre zu transportieren ist allerdings eine Strafe. Von der Stadt aus, fahre ich ja immer noch bergaufwärts, wenn ich die Rohre über das ‚Führerhaus‘ anbinde, komme ich nicht bei den Ein und Ausfahrten durch. Klappte aber, musste aber immer wieder anhalten und nachbinden.

8. mail Reise Dezember 2015/Januar 2016

Dienstag, 09 Februar 2016.
8. mail Reise Dezember 2015/Januar 2016

Hallo.
Heute ist Sonntag und alles etwas ruhiger. Einige Leute arbeiten zwar aber es ist nicht der sonstige Wahnsinn wie seit Wochen. Es gibt zwei Sachen täglich, das sind Staub und Lärm. Schweiß-Gerät, Bohrhammer, Betonmischer, Wasserpumpen, rufende Maurer.......abends sind wir einfach nur platt. Ab 20 Uhr schlafen alle..., allerdings stehen wir mit den Hühnern vor 6 Uhr auf. Die Hitze ist ab Mittag richtig lähmend. Im September haben wir aus Kaktus und  Bambusrohren einen Zaun errichtet und das Grundstück geteilt, um dort Ziegen unterzubringen. Allerdings hielt dieser Zaun unsere angeschafften Ziegen nicht in ihrem Bereich. Immer wieder Ziegenalarm und speziell für Farah, die ja gerade ihren ersten Gemüsegarten anlegt, gingen wir immer wieder auf gemeinsames Ziegen einfangen. Der Kaktuszaun hielt die Ziegen nicht zurück, im Gegenteil, sie fraßen ihn ab.

7. mail Reise Dezember 2015/Januar 2016

Montag, 01 Februar 2016.
7. mail Reise Dezember 2015/Januar 2016

Hallo.
Hans und David sind Freitagmorgen nach Hause geflogen. Auf der Fahrt von Cap nach Port-au-Prince sahen wir, dass sich einiges tut im Bereich Landwirtschaft. Sehr schön empfand ich, dass es wieder große Reisfelder gibt. Auch sah ich zum ersten Mal kleine Traktoren zum Umgraben der Reisfelder.
Einige Gemüse- und Maisfelder waren vorbildlich angelegt, ich denke es waren Projekte.
Freitag und Samstag war für mich wieder großer Einkaufstag in PaP. Hauptproblem war einmal wieder die Bank, die Schecks zurückgehen ließ, da meine Unterschrift nicht 100%ig war. Ich habe nun eine Kopie meiner offiziellen Unterschrift immer bei mir. Fand vieles in den verschiedenen Baumärkten.

6. mail Reise Dezember 2015

Montag, 25 Januar 2016.
6. mail Reise Dezember 2015

Hallo.
Irgendwie wollte ich schon lange schreiben, aber immer wieder waren die Tage fertig und wir alle entsprechend platt. David und Hans wandern gerade zur Zitadelle und ich bin am Parkplatz und 'sortiere' mich ein bisschen. Sind heute Morgen um 8 Uhr in unserem 'Camp' gestartet und kamen kurz vor 14 Uhr an der Zitadelle im Norden von Haiti an. Wir hatten einen Schnitt von 20 km in der Stunde, da die Straße unvorstellbar schlecht ist. Ich hatte es aber Hans in Deutschland versprochen und wir haben es auch geschafft. Morgen müssen wir allerdings vom Norden nach Port au Prince, da beide am Freitag nach Deutschland zurück fliegen. Hans bedauert es zutiefst und meinte, dass er das Gefühl hat, erst einige Tage hier zu sein.
Kindergarten: Läuft sehr gut.

5. mail Reise Dezember 2015

Donnerstag, 07 Januar 2016.
5. mail Reise Dezember 2015

Hallo, Irgendwie sind unsere Tage alle ähnlich. Die letzte Woche hatten wir jede Nacht von allen Bergen und aus den Dörfern Voodoo Trommeln, Singen, auch Schreien. Meist bis fünf Uhr morgens, aber da übernehmen die Hähne immer das Aufwecken. Wir schlafen immer noch auf dem Reservat unter unseren Abdeckplanen und irgendwie geht nichts irgendwie in großen Schritten weiter,
obwohl es ein Gewurle von Arbeitsteams gibt.

3. mail Reise Dezember 2015

Donnerstag, 31 Dezember 2015.
3. mail Reise Dezember 2015

Hallo.
Vor dem Jahresende nochmals ein kleiner Bericht. Allerdings geht seit Tagen kein Internet, also wird es wahrscheinlich auch nicht sofort gesendet werden.
Beim Verwaltungsgebäudewird gerade innen die Mauer abgeschliffen, so dass wir seit zwei Nächten auf dem Wasserreservoir schlafen. Gott sei Dank kein Regen, allerdings ist der Tau extrem nass. D.h. wo man liegt ist es warm und trocken, aber wehe man dreht den Kopf oder den Arm ist es nass und auch kalt.
Mussten leider über zwei Stunden off road fahren, um zur Bank zu kommen, Trinkwasser und wieder Ersatzteile zu kaufen.

Kouraj pou lavni - Mut für die Zukunft

Gelaendeskizze
Vor den Toren der Stadt Hinche beginnt eine von der Regierung Haitis völlig vernachlässigte Region, die auch von den meisten Hilfsorganisationen bislang unbeachtet blieb. Hier ist das Land noch ursprünglich, die Natur zwar ausgebeutet, aber nicht zersiedelt. Die Menschen, wenn auch weitestgehend unterernährt und bettelarm, so doch dankbar für jede Hilfe, die sie erhalten. Wir unterstützen dort bereits mehrere Schulen und haben eine Maniok-Mühle ausgebaut, die für die Versorgung der Schulkinder immens wichtig ist. Immer wieder sind wir begeistert von der Kreativität und Energie dieser Menschen, die nur ein Ziel zu kennen scheinen: ihre Situation zu verbessern.

Für den Anschub des Projektes und für die Realisation der einzelnen Bauabschnitte sind wir gut aufgestellt, dennoch wird uns dieses Projekt auch finanziell in den nächsten Jahren stark beanspruchen. Deshalb werden wir nach wie vor auf die Großzügigkeit unserer Spender und Sponsoren vertrauen müssen.

Ihnen möchten wir unser Projekt ans Herz legen.

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