Haiti-Kinderhilfe

Reise 2017/2018 - 8. Bericht

Ankunft Hans mit Hindernissen……..

Mittwoch, 03 Januar 2018.
  1. Reisebericht

Ankunft Hans mit Hindernissen……..

Hans, Spezialist für Strom, bzw. er kann handwerklich alles, kam an Sylvester aus Deutschland in Haiti an. Richard startete früh morgens um einige Stunden „Puffer“, für eventuelle Staus zu haben. Guerino, unser Bauingenieur, fuhr als Schutz mit. Jara, die seit 10 Tagen bei den Schwestern des Mutter Teresa Ordens war, sollte auf dem Weg zum Flughafen, wieder nach Hause mitgenommen werden.
Ich fing an die Küche aufzuräumen, das Zimmer für Hans zu organisieren und hatte deshalb mein Telefon nicht immer bei mir. Doch dann kam der Gärtner und machte mich darauf aufmerksam, dass dieses Telefon ununterbrochen klingeln würde. Schreck…...es war die Nummer von Guerino.Bildergebnis für fragezeichen bild

Unser indischer TATA Pickup, das Billigste was in Haiti verkauft wird, streikte mal wieder. Dieses Mal ist die Kupplung kaputt. Er war mit 12.000 km schon 6 x in der Werkstatt. Garantie gibt es hier nicht. Richard kann nicht mehr schalten, auf der engen Sandstraße auch nicht wenden, nichts geht mehr. und das am Sonntag – an Sylvester. Guerino fuhr sofort per Motorrad-Taxi, dann mit dem Bus nach Port-au-Prince und dann weiter mit Motorrad-Taxi zum Flughafen, damit irgendwer Hans in Empfang nimmt.

Unsere besten Freunde, Padberg‘s, die wir seit 1978 in Haiti kennen, die uns auch immer aus allen misslichen Lagen helfen, waren mit Ihren Familien im Ausland im Urlaub.
- Schickte Whatsapp-Nachrichten an sie, die leider nicht gelesen wurden.
- Erreichte meinen Sohn in Deutschland, der mit Padberg’s Sohn befreundet ist und diesen per Telefon irgendwo in der Welt erreichte. Man würde sich melden.
- Rief noch einige Bekannte an, aber leider ohne Erfolg.

Ich musste Jara die Situation erklären und dass sie sich zum Flughafen durchschlagen soll. Guerino würde dort sein und Hans ca. um 1 Uhr 30 aus der Flughafenhalle kommen.
Jara war so aufgeregt, dass sie schon ab 10 Uhr bei 33 Grad am Parkplatz des Flughafens wartete.
Nach Stunden des Telefonierens, Rückrufe abwarten und bangen, hatte ich mittags 3 Möglichkeiten.
1. Padberg würde seinen Chauffeur senden, Hans und Jara könnten in Ihrem Haus übernachten und am anderen Morgen würde der Chauffeur beide in unser Projekt fahren.
2. Andre, ein ehemaliges Patenkind, kennt einen Taxifahrer, der auch weitere Strecken fahren würde. Allerdings noch nicht sicher, da die Rückfahrt nachts wäre. Keiner will hier nachts auf der Straße sein.
3. Farah unsere Kindergartenleiterin, hätte einen Bekannten mit Auto, der auch bereit wäre Hans, Jara und Guerino zu fahren. Vereinbarten einen Festpreis.
Ich entschied mich für Farah’s Bekannten. er sollte spätestens um 1 Uhr 30 am Flughafen sein. Farah würde mitfahren, da sie Hans kennt.

In der Zwischenzeit kommt Richard wieder mit dem kaputten Auto zurück. Er konnte doch wo wenden und dann alles im gleichen Gang zurückfahren.
Da er aber nicht schalten konnte, fuhr er die ganze Strecke mit Hupe, damit alle zur Seite sprangen und sich in Sicherheit brachten. Er stellte fest, dass keine Hydraulik Flüssigkeit für die Kupplung im Behälter war. Also vielleicht doch nicht alles kaputt…….
Wir organisierten mit einem Moto-Taxi die Flüssigkeit und das Auto ging wieder. Allerdings noch mit Vorbehalt, man weiß ja nie……und eigentlich müsste es entlüftet werden.
Richard will Hans entgegenfahren, damit Farah’s Bekannter an Sylvester wieder zurückfahren kann. Doch wir stellen jetzt fest, dass dieser noch gar nicht am Flughafen ist. Hans, total überfordert mit dem Klimawechsel und todmüde von der Reise, Jara krank, Guerino frustriert, warten nochmals über 2 Stunden in der Hitze bis der Fahrer kommt. Er sieht die Hautfarbe von Hans und …….verlangt 50 % Aufschlag, obwohl er nur noch 50 % der Strecke fahren muss. Sein Angebot war für einen Haitianer und nicht für einen Weißen. Wir müssen akzeptieren. Rassismus gibt es überall und auf allen Seiten!
Endlich, in totaler Dunkelheit bringt Richard Hans, Jara und Guerino wieder zurück ins Projekt. Wir sind alle froh und glücklich. Jara hat 40 Grad Fieber und ist erkältet. Ich kümmere mich um sie. Hans und Richard so happy, dass sie zu zweit eine volle Flasche Rum trinken. Gott sei Dank, waren die Notreserven gegen Heimweh im Container eingesperrt, sonst hätten beide mit einer Alkoholvergiftung das neue Jahr begonnen.

der Morgen danach

Zum Frühstück am anderen Morgen, stellte beide demonstrativ die Bohrmaschine und Werkzeug auf den Tisch. Sie hätten keinen Kater und würden sofort mit dem Arbeiten anfangen………so war es dann auch.

Das neue Jahr hat also gut begonnen und alles hat sich wie immer, irgendwie positiv gelöst.

Gruß Roswitha

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