Haiti-Kinderhilfe

Dezember Haiti Reise Teil 8

Mittwoch, 28 Dezember 2016.
Dezember Haiti Reise Teil 8

Weihnachtsfeier im Kindergarten – Feier mit den Angestellten

In Haiti ist Weihnachten ein fröhliches, lustiges Fest. Für alle die es sich leisten können, werden in den großen Städten, speziell in der Hauptstadt, Weihnachts-Dinners angeboten. Es wird getanzt, gefeiert und Geschenke verteilt. Für alle ist der Wunsch an Weihnachten sich satt zu essen. Tradition ist die Kürbissuppe zum Frühstück am 25.12. Die Masse der Armen, so auch in unserer Region gehen in der Weihnachtswoche fast täglich in die Kirche und singen viel. Mit der Weihnachtszeit beginnt außerdem die Voodoozeit, die bis Ostersonntag geht. Man hört aus den Bergen Trommeln, Gesänge.

20161228 3Für die Weihnachtsfeier in unserem Kindergarten „kay ti moun“, wurde schon seit Wochen gemalt, gebastelt, Lieder einstudiert, Gedichte auswendig gelernt, das Krippenspiel und Tanzen geübt. Wie schon letztes Jahr, mussten auch alle wieder in den Farben rot oder weiß, angezogen sein – die Farben der Freude. Alle Kinder richtig ‚chic‘……unglaublich, denn ich weiß, dass die Kinder in Hütten mit Lehmboden wohnen. Entweder sind die Kleider ausgeliehen, oder auf dem wöchentlichen Secondhand Markt gekauft. Für 2 Euro kann man sich dort komplett einkleiden.

Die nächste Gruppe Schul-Kinder bekamen Nikolausmützen und waren als ‚Große‘ ganz stolz. Zum Beginn der Feier bedankten sich die Eltern recht herzlich bei den Lehrern für deren Engagement und machten deutlich wie stolz sie über die Entwicklung ihrer Kinder sind. Ein Vater organisierte (für uns kostenlos) bei Freunden eine kleine Stereoanlage und Mikrophon. Mikrophon ist ganz wichtig in Haiti!!!! 

20161228 2Jede Gruppe zeigte während ca. 30 Minuten ihr Programm. Die ganz Kleinen sangen ti ti Papa Noel, Kinder rezitierten kleine Gedichte, brachten uns den Weihnachtsstern und kleine Geschenke für das Jesuskind, was von einem kleinen Kind gespielt wurde. Als Abschluss die lustige ‚Reise nach Jerusalem‘. Die 2. Gruppe demonstrierte einige Sportwettbewerbe, wie Sackhüpfen. Auch verschiedene Gedichte und Geschichten. Sie sangen herzerwärmend wunderschön das Gloria. Alle ‚Künstler‘ verneigten sich immer nach Ihrer Vorstellung tief und konnten schon recht gut mit dem Mikrophon umgehen. Auch waren alle ganz ernst…. Unsere Nikolausmützen-Gruppe, unsere großen, hatten ebenfalls Lieder, Geschichten und ein Krippenspiel einstudiert.

Zwei Lehrer (waren der Esel) trugen die hochschwangere, in ein weißes Leintuch gehüllte Marie auf die aus alten Bauverschalungen selbst konstruierte, wackelige Bühne. Joseph kam dazu, stellte sich beschützend hinter seine Frau. Dann auf einmal -wir alle total erschrocken, stieß Marie einige grausige laute Schreie aus, das Jesuskind schlüpfte unter ihrem Leintuchkleid hervor, sie bettet es, alles mit todernstem Gesicht.

Das Publikum, die Eltern und wir waren total überrascht und lachten dann Tränen. Einige Hirten und auch der Besuch der heiligen 3 Könige beendete die Aufführung. Zum Abschluss der Feier gab es noch eine kunterbunte Tanzvorführung zu karibischer Musik. Nun bekamen alle Kinder ihre selbstgebastelten Geschenke für die Eltern, die kleinen eine Nikolausmütze aus rotem Karton mit Watterand, die mittleren hatten ein schönes Bild mit einer Kerze und ‚frohe Weihnachten‘, die großen aus Toilettenpapierrollen eine wunderbare Weihnachtskerze, bzw. das Friedenslicht mit Hilfe Ihrer Leiterinnen gebastelt. Jedes Kind bekam noch ein kleines Päckchen als Geschenk. Es war 1 kl. Tüte Kekse, 1 Lutscher und einige Bonbons in rotes und grünes Seidenpapier, von den Lehrern eingepackt worden. 

20161228 1Zum Schluss wünschten man allen Kindern, die in den Ferien Geburtstag haben mit je 3 Luftballons viel Glück. Alle waren zufrieden, glücklich, viele Eltern bedanken sich nochmals extra für die wunderschöne Feier für ihre Kinder. Ja, es war wirklich ein gelungener Tag, die Lehrer saßen noch zusammen, räumten auf – auch sie gingen zufrieden nach Hause. 20161228 4

Alle Eltern kamen nach einigen Tagen nochmals und bekamen die Arbeitsmappe, sowie das Zeugnis für Ihre Kinder. Die Arbeitsmappe wurde tagelang von den Lehrern bemalt und beklebt, ein richtiges kleines Kunstwerk. Bevor nun auch die Lehrer in Urlaub gingen, veranstalteten wir für alle im Projekt festangestellten Mitarbeiter ein großes haitianisches Essen unter unserem Mangobaum.

Roswitha

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